Kampfmittel in der Nordsee


Offshore-Bauarbeiten sind so nur in den Sommermonaten möglich. Deutsche Bank AG Hat vor drei Jahren eine Bohrausrüstung noch

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Mittlerweile ist die Förderung nicht einmal mehr halb so hoch wie vor 20 Jahren. Speziell die Norweger gelten als Weltmeister darin, die Lagerstätten maximal auszubeuten.

Aber das kostet auch viel Geld. Seit sind auf den Ölfeldern vor der Küste Schottlands die Förderkosten um mehr als 60 Prozent gestiegen. Doch der Ölpreis hat sich seit vergangenen Sommer mehr als halbiert.

In der schottischen Ölstadt Aberdeen geht die Angst um. Schon melden die ersten Ölkonzerne, dass sie ihr Personal reduzieren. In Norwegen stehen zehn Prozent der rund Der staatliche Energiekonzern Statoil , dessen Geschäfte weit über die Öl- und Gasförderung in der Nordsee hinausreichen, will seine Kosten bis insgesamt um 1,3 Milliarden Dollar senken. Die norwegische Krone hat gegenüber dem Euro und dem Dollar schon kräftig abgewertet.

Die deutsche Förderung in der Nordsee ist vergleichsweise gering. Ein laufendes Bohrprojekt werde noch abgeschlossen. Danach müsse man weitersehen. Mitchell arbeitet für die Hafengesellschaft. Nach kurzer Fahrt gibt eine Klippe den Blick auf die nächste Bucht frei. Bis soll hier ein zweites Hafenbecken entstehen. Das wird ein Tiefseehafen mit einer Wassertiefe von 10,50 Meter, je nachdem, ob wir Ebbe oder Flut haben. Dann können wir Schiffe von bis zu Metern Länge abfertigen.

Hinter der Kaimauer bringen Baggerschiffe das neue Hafenbecken auf die notwendige Tiefe. Doch vor allem hofft der Hafen auf das Geschäft nach dem Öl: Dann muss die gigantische Infrastruktur in der Nordsee wieder abgebaut werden. Bislang fehlen uns da die Kapazitäten. Die Ölindustrie darf nichts auf dem Meeresboden zurücklassen. Alles muss zurückgebaut werden. Bohrinseln müssen in ihre Einzelteile zerlegt, Tausende von Pipeline-Kilometern vom Meeresgrund entfernt werden.

Ein halbes Jahrhundert lang hat Aberdeen seinen Wohlstand auf Öl gebaut. Die Einrichtung soll helfen, die Stadt zum Innovationszentrum zu machen, etwa beim Abbau der Öl-Infrastruktur oder bei neuen Fördermethoden. Auf umgerechnet über 60 Milliarden Euro schätzt man hier die Aufräumkosten in der Nordsee. Doch wenn Roger Esson über die Mammutaufgabe referiert, spricht er vor allem von "Chancen": Selbst hofft er, dass Aberdeen noch 15 bis 20 Jahre vom Öl leben kann. Aber die "Zeit danach" haben sie jetzt schon im Blick.

Im Herbst legen Industrie und die Universität der Stadt ihre Anstrengungen zusammen, neue Technologien für die Stilllegung der Bohrinseln zu entwickeln. Vor Kurzem habe er die Brent Delta besichtigt, die gerade an der Küste Nordenglands demontiert wird, erzählt Esson und zückt sein Handy. Auf dem Foto erscheint die Bohrinsel wie ein gewaltiges Ungetüm aus Stahl. Aberdeen könnte seine Expertise später weltweit verkaufen, so die Hoffnung. Doch es ist noch längst nicht klar, ob die alte Infrastruktur auch wirklich in Aberdeen abgewrackt wird.

Um das Geschäft ist ein internationaler Konkurrenzkampf entbrannt. Die Murchison-Bohrinsel ist nach Norwegen gegangen, die Miller-Plattform wird auch aufgeschnitten und nach Norwegen gezogen. Auf den Schiffen, die die Bohrinseln abbauen, arbeiteten zudem oft philippinische Arbeiter für umgerechnet vier Euro pro Stunde, sagt Molloy.