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Mit Blick auf die USA ist das nicht so einfach zu sagen. Nachdem nun die Entwicklung bei den Fed Funds Futures weitere Zinsanhebungen weitgehend unwahrscheinlich erscheinen lässt Abb. Nach unserem Dafürhalten würde die Fed die Zinsen vermutlich nur bei starken Einbrüchen am US-Arbeitsmarkt anheben, die bislang ausgeblieben sind. Derzeit liegt das Beschäftigungswachstum bei rund Das wiederum sollte mehr als ausreichen, um die Verbraucherausgaben zu stützen, auch wenn die Unternehmen aufgrund fallender Rohölpreise weniger investieren und die Unternehmensgewinne als Prozentsatz vom BIP zurückgehen.

Allerdings bleibt eine weitere Beschäftigungszunahme unverzichtbar. Dass die Erwartungen an eine Zinserhöhung durch die Fed derart zurückgegangen sind, scheint primär an der kürzlich erfolgten Korrektur am US-Aktienmarkt zu liegen. Dahinter stehen in erster Linie Energiewerte Abb.

Selbst wenn die Ölpreise in den USA weiter fallen, muss das für die Investoren, sofern sie nicht in Energiewerten engagiert sind, nicht unbedingt eine schlechte Nachricht sein. Die Investoren konzentrieren sich derzeit vor allem auf den durch fallende Ölpreise verursachten Rückgang bei den Unternehmensinvestitionen. Dabei gerät leicht in Vergessenheit, dass fallende Ölpreise für den Verbraucher überaus gute Nachrichten sind. Während man allerdings die Auswirkungen dieser Entwicklung auf Unternehmensinvestitionen in der US-Ölbranche sowie in den Öl exportierenden Ländern sehr schnell spürt, stellen sich die Vorteile für Verbraucher und energieabhängige Branchen wie Luftfahrt und Transportwesen häufig erst mit einer gewissen Verzögerung ein.

So tendieren wir zu der Ansicht, dass bei den US-Zinsen ein gewisses asymmetrisches Aufwärtsrisiko besteht, vor allem, wenn die Ausverkäufe an den Aktienmärkten aufhören und sich die Märkte erholen. Dennoch glauben wir, dass die asymmetrischen Risiken mit Blick auf die künftige Entwicklung bei den Anleiherenditen in Europa höher sind als in den USA. Europa befindet sich unbestreitbar in einer früheren Phase seiner wirtschaftlichen Erholung als die USA. Das bedeutet aber weder, dass es bei den Anleiherenditen keine Aufwärtsrisiken gibt, noch dass bei den Anleihekursen keine Abwärtsrisiken bestehen.

Worüber sich europäische Anleiheinvestoren viel mehr Gedanken machen sollten, ist folgendes: Sollte es bei den Anleihekursen Abwärtsrisiken geben, werden Carry und Roll-down herzlich wenig dazu beitragen, den Effekt abzumildern. Deutsche und italienische Anleihen haben in diesem Jahrzehnt bisher eine bessere Performance gezeigt als US-Anleihen, teilweise sogar mit erheblichem Abstand. Die Zusammensetzung dieser Erträge unterscheidet sich allerdings ganz erheblich.

Wie Abbildung 5 zeigt, sind die Renditen deutscher Anleihen von einem ziemlich ähnlichen Ausgangspunkt im Jahr deutlich stärker gefallen als die von US-Anleihen. Das Problem für die Investoren besteht für die kommende Zeit darin, dass Carry und Roll-down historisch gesehen wesentlich zuverlässigere Faktoren für die Generierung von Anleiheerträgen sind als Kursgewinne. Das gilt vor allem in Europa, wo sie sich bereits auf sehr niedrigem Niveau bewegen.

Aber natürlich sind auch weitere Rückgänge vorstellbar: Andererseits sind die ersten Ergebnisse des Experiments mit Negativzinsen nicht gerade ermutigend ausgefallen. Abbildungen 6 bis 19 zeigen deutsche und US-Anleihefutures mit einer Laufzeit von 2, 5, 10 und 30 Jahren im Performance-Vergleich sowie aufgeschlüsselt. Zudem sind auch zwei Charts enthalten, die sich mit italienischen Anleihefutures mit 10 Jahren Laufzeit befassen, die sich zu einem wichtigen Instrument zur Absicherung von Länderausfall- und Kreditrisiken entwickelt haben.

Mit anderen Worten, obwohl die USA sich in einer fortgeschritteneren Phase der wirtschaftlichen Erholung befinden, bedeutet das nicht unbedingt, dass US-Anleihen eine schwächere Performance bieten werden als europäische Schuldtitel. Berücksichtigt man aber die kaum spürbare Inflation und die eher verhaltene wirtschaftliche Erholung in Europa, dürfte die EZB kurzfristig wohl eher den Aufkauf von Anleihen fortführen oder gar forcieren. Dennoch kann man QE-Programme nicht für immer und ewig weiterführen.

Aber sogar in der Zwischenzeit sind die Carry- und Roll-down-Perspektiven für europäische Anleihen im Vergleich zu ihren US-Pendants freundlich ausgedrückt eher unattraktiv.

So dürfte es für deutsche und italienische Anleihe-Futures in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts schwieriger werden als in der ersten Hälfte, ihre US-Pendants zu überflügeln.

Alle in diesem Report angeführten Beispiele sind rein hypothetische Interpretationen bestimmter Situationen und dienen lediglich zur Veranschaulichung. Dieser Report und die darin enthaltenen Informationen sollten nicht als Anlageempfehlung oder als Ergebnis realer Markterfahrungen verstanden werden. Zu diesen zählen Chicago Mercantile Exchange Inc. Da für den Handel nur ein bestimmter Prozentsatz des Kontraktwerts erforderlich ist, ist es möglich, einen höheren Betrag zu verlieren als den, der ursprünglich für den Erwerb eingesetzt wurde.

Deshalb sollten Trader nur die Mittel einsetzen, deren Verlust sie ohne Einschränkung ihres Lebensstils verschmerzen können. Zudem sollte nur ein Teil dieses Geldes auf einen einzelnen Trade verwandt werden, da man nicht erwarten kann, bei jedem einzelnen Trade einen Gewinn zu erzielen.

Alle anderen Marken sind Eigentum der jeweiligen Rechteinhaber. Zudem sei darauf hingewiesen, dass alle in dieser Präsentation verwendeten Beispiele sich auf hypothetische Situationen beziehen und nur zur Veranschaulichung dienen. Sie sollten keineswegs als Anlageberatung oder Ergebnis realer Markterfahrungen verstanden werden. Alle Angaben in diesem Papier, die sich auf Regeln oder Spezifikationen beziehen, wurden in Übereinstimmung mit den Regeln der folgenden Institutionen gemacht: Sie werden durch Änderungen bei diesen Regeln überholt.

Vor allem Investoren jener Rentenpapiere, die derzeit negative Sekundärmarktrenditen aufwiesen, drohen nach Auslaufen von QE Kursverluste. Gartside verriet den anwesenden Investoren, dass sein Haus bei einigen Mandaten Short-Positionen bei diesen negativ verzinsten Anleihen bester Qualität eingegangen ist, um von deren zukünftig zu erwartenden Kursverlusten zu profitieren. Die Politik wird die Märkte massiv negativ beeinflussen Viele Investoren befürchten, dass einige der zukünftig anstehenden Wahlen das Potenzial hätten, Renten- und Aktienmärkte massiv zu beeinflussen und halten sich daher mit ihren Kaufentscheidungen zurück.

Das sei laut Gartside ein Fehler. Denn Wahlen finden ständig irgendwo auf der Welt statt und eine Marktabstinenz an den besonders starken Tagen würde die Jahres- bzw. Lebensperformance von Investoren massiv schmälern. Vor allem was die anstehende Wahl in Italien anbelangt, gab Gartside Entwarnung: Auch seien die Risikoaufschläge italienischer Staatsanleihen im Vergleich zu Deutschen Bundesanleihen derzeit relativ niedrig.

Alle Schwellenländer sind gleich Der J. Morgan-Rentenchefstratege erklärte, dass diese Annahme vielleicht vor 20 Jahren Gültigkeit hatte, heutzutage Investoren jedoch eine wesentlich differenzierte Betrachtungsweise vornehmen sollten. Gartside hält derzeit viel von auf Lokalwährung denominierte Bonds aus Indonesien, die von einem Bonitäts-Upgrade profitieren sollten sowie von brasilianischen Lokalwährungsanleihen. Anleiheerträge beruhen nur auf Zinskupons Diese Annahme hatte vielleicht vor vielen Jahren in Zeiten wesentlich höher Zinskupons ihre Berechtigung.