Koalition plant Abschaffung der Abgeltungsteuer auf Zinserträge

Die Zinserträge aus Anleihen sind im Jahr der Auszahlung zu versteuern und unterliegen der pauschalen Abgeltungsteuer (Kapitalertragsteuer). Wer den Zeitpunkt der Zinszahlung

Deshalb haben die Finanzbehörden tatsächliche Aufwendungen, die den Pauschbetrag überschritten hatten, nicht bei der Abgeltungssteuer anerkannt.

Spekulationsgewinne steuerfrei erhalten

Als Anleihen werden festverzinsliche Wertpapiere bezeichnet. Sie weisen in der Regel eine feste Verzinsung sowie eine feste Laufzeit auf. Gleichzeitig wird für sie aber auch ein Kurs erstellt, der sich in erster Linie am allgemeinen Zinsniveau orientiert.

Die Besteuerung ist sowohl im Betriebsvermögen als auch Privatvermögen grundsätzlich gleich hoch. Wesentliche Unterschiede bestehen, in der Berücksichtigung von Anschaffungsnebenkosten in der Gewinnermittlung oder wie bereits erwähnt bei der Abfuhr der Steuer KESt-Abzug versus Aufnahme in die Jahreserklärung und der Verlustverwertung.

Für Anschaffungen vor bestimmten Stichtagen ist die Rechtslage vor der Reform anzuwenden Altbestand , während für Anschaffungen nach dem jeweiligen Stichtag die neue Rechtslage zur Anwendung kommt Neubestand. Bei einzelnen Anlageformen ist in einer Übergangsfrist für Anschaffungen zwischen 1. Stattdessen sind Gewinne in die Steuererklärung aufzunehmen. Die Steuer aufgrund des Sondersteuersatzes wird mit Bescheid festgesetzt. Auch ausländische Anteilsrechte fallen in diese Kategorie, wenn die ausländische Gesellschaft mit einer inländischen Aktiengesellschaft oder GmbH vergleichbar ist.

Genussrechte vermitteln aktionärstypische Vermögensrechte gegenüber der Gesellschaft. Auch wenn sie gesellschaftsrechtlich keine Gesellschaftsrechte im engeren Sinn sind, sind Genussrechte steuerlich wie Beteiligungen an Kapitalgesellschaften zu behandeln, vorausgesetzt sie vermitteln einen Anteil am Gewinn bzw Liquidationserlös.

Neben diesen Anleihen im engeren Sinne gibt es auch Schuldverschreibungen, die von den erwähnten Merkmalen erheblich abweichen. Ausschlaggebend ist nicht die Bezeichnung, sondern die konkrete Ausgestaltung des Produkts. Zertifikate sind Schuldverschreibungen deren Wertentwicklung von einem zugrundeliegenden Basiswert orientiert z.

Der Rückzahlungsanspruch richtet sich nach der Wertentwicklung des Basiswertes. Laufende Zinszahlungen werden oft nicht vereinbart. Auf eine wesentliche Änderung sei an dieser Stelle aber hingewiesen. Diese betrifft den Verkauf von Fondsanteilen.

Das kürzlich reformierte Investmentsteuergesetz sieht vor, dass Zinserträge, im Gegenteil zu beispielsweise Dividenden, auf Fondsebene nicht besteuert werden. Dabei gilt die Abgeltungsbesteuerung derzeit für die Zinserträge sowie auch für alle sonstigen Erträge. Aus Gründen der Vereinfachung müssen Investmentfonds ihre Besteuerungsgrundlagen seit dem 1. Da alle Fondserträge bei Privatanlegern einheitlich mit der Abgeltungsteuer besteuert werden, muss der Fonds nicht mehr aufschlüsseln, wie sich seine Erträge im Einzelnen zusammensetzen.

Im Fall einer Abschaffung der Abgeltungsteuer auf Zinserträge müsste aber eine solche Aufteilung auf Zins- und sonstige Einkünfte zwingend vorliegen. Erst auf dieser Basis kann die Besteuerung mit dem persönlichen Steuersatz erfolgen. Man könnte die Besteuerung der Zinseinkünfte mit dem persönlichen Steuersatz durch die Veranlagung über einen zwischengeschalteten Investmentfonds umgehen, und nicht durch die Vereinnahmung im Rahmen einer Direktanlage.

Das folgende Beispiel verdeutlicht die Auswirkungen der geplanten Abschaffung der Abgeltungsbesteuerung für Zinserträge in greifbarer Form.

Ein Steuerpflichtiger A erzielt Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit, welche zu dem folgenden zu versteuernden Einkommen zvE führen:. Daneben erzielt A Zinseinkünfte aus einer Unternehmensanleihe in Höhe von 5. Für die Berechnung wird angenommen, dass der Sparer-Freibetrag in Höhe von ,00 Euro nach der neuen Rechtslage auch für Zinserträge gelten wird und die tatsächlichen Werbungskosten, soweit sie diesen pauschalen Betrag übersteigen, keine Berücksichtigung finden werden.

Nach der aktuellen Rechtslage kann A von der sogenannten Günstigerprüfung profitieren. Auf diese Weise reduziert sich für ihn die Gesamtsteuerbelastung um ,49 Euro im Vergleich zur Abgeltungsbesteuerung:.

Liegt der persönliche Einkommensteuersatz unter dem Satz der Abgeltungsteuer, kommt dieser, wie im oben dargestellten Beispiel gezeigt, bereits heute aufgrund der sogenannten Günstigerprüfung zur Anwendung. Der einzige Unterschied bestünde darin, dass bei der neuen Rechtslage sämtliche Zinseinkünfte automatisch dem persönlichen Einkommensteuersatz unterworfen würden. Es wäre zukünftig nicht mehr erforderlich, einen Antrag auf Günstigerprüfung im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung zu stellen und damit zusammenhängend die beiden Veranlagungsformen vergleichend zu analysieren.

Die Besteuerung der Zinseinkünfte nach der geplanten, neuen Rechtslage mit dem persönlichen Steuersatz führt dazu, dass im dargestellten Beispiel die Steuerbelastung im Vergleich zur aktuellen Abgeltungsbesteuerung um ,47 Euro steigen würde:. Sie wären im Vergleich zur aktuellen Rechtslage schlechter gestellt.

Je höher die Zinserträge dabei sind, desto höher die steuerliche Belastung. Die steigende Steuerbelastung ist dabei auf zwei Effekte zurückzuführen: Die Zinseinkünfte selbst unterliegen einem höheren Steuersatz als im Fall der Abgeltungsbesteuerung und auch der persönliche Steuersatz für übrige Einkünfte würde aufgrund des progressiven Einkommensteuertarifs steigen.

Der konkrete Zeitpunkt, zu dem die Abschaffung der Abgeltungsteuer auf Zinserträge wirksam werden soll, ist im Koalitionsvertrag ebenfalls offen gehalten. Sollte die im Koalitionsvertrag festgeschriebene Abschaffung der Abgeltungsteuer auf Zinserträge noch in diesem Jahr umgesetzt werden, stellt sich die Frage, ob eine Anwendung der neuen Regelung schon für den Veranlagungszeitraum möglich wäre.

Ohne Zweifel würde dabei eine Rückwirkung vorliegen, da in diesem Fall eine später getroffene Regelung Rechtswirkungen für die Vergangenheit beanspruchen würde. Rückwirkende Rechtsnormen, die den Steuerpflichtigen begünstigen, sind zulässig. Bei belastenden rückwirkenden Rechtsnormen wird dagegen unterschieden zwischen echter und unechter Rückwirkung. Bei der geplanten Änderung der Abgeltungsbesteuerung handelt es sich wohl um eine unechte Rückwirkung.

Bei der Einkommensteuer ist die Änderung von Normen mit Wirkung für den laufenden Veranlagungszeitraum grundsätzlich als eine unechte Rückwirkung zu beurteilen. Die Steuer entsteht erst mit Ablauf des Veranlagungszeitraums, im vorliegenden Fall also am Die Rechtsänderung im laufenden Jahr ist daher nur unecht rückwirkend; sie bezieht sich erst auf die Steuern, die in der Zukunft entstehen. Das BVerfG hält unechte Rückwirkungen für eingeschränkt zulässig.

Das gilt etwa dann, wenn Steuerpflichtige mit einer Rechtsänderung rechnen mussten. Das Thema Abschaffung der Abgeltungsteuer wird schon seit längerem diskutiert, spätestens seitdem sich der Bundesrat am 4. Aus diesem Grund wird der Gesetzgeber die für Steuerpflichtige nachteilige Regelung zur Zinsbesteuerung mit dem persönlichen Steuersatz wohl bereits für den Veranlagungszeitraum anwenden dürfen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die geplante Gesetzesänderung tatsächlich noch im Jahr verabschiedet wird.

Ob die Umsetzung dann auch tatsächlich mit Rückwirkung oder doch erst ab dem 1. Mit der geplanten Änderung der Zinsbesteuerung will die Koalition die steuerliche Ungleichbehandlung vom Kapital- und Arbeitseinkommen nun reduzieren. In der derzeit herrschenden Niedrigzinsphase würde sich der höhere Steuersatz auf Zinseinnahmen jedoch zuerst kaum bemerkbar machen. Erst wenn die Zinsen wieder steigen, könnten sich moderate Mehreinnahmen für den Staat ergeben.